19. Juli 2021

Hochwasser

In den letzten Tagen haben wir viele besogte Anrufe und Emails erhalten (wofür so eine Flutkatastrophe doch gut ist 🙂 ). Soviel Betroffenheit, Nähe und Interesse zu spüren tut immer gut und streichelt die Seele, dennoch: wir haben Glück gehabt und sind mit einem blauen Auge davongekommen.
Vor 2 Jahren erst wurden die Deichanlagen um unser Dorf abgerissen und neue angelegt: stärker, breiter und vor allem wesentlich höher. Was haben wir geflucht und geschimpft, plötzlich war uns der Ausblick über die Maas verbaut und am hinteren Ende des Gartens erhob sich ein hässliches Gebilde aus knochenharter Tonerde. Sah anfänglich aus wie eine Mondlandschaft, denn selbst die Gras-Samen taten sich schwer, auf solch einem Boden zu keimen. Im letzten Jahr habe ich meinen Frieden mit dem Deich geschlossen, man kann sich entweder bis zum Grabe schwarzärgern oder aber das Unvermeidliche annehmen und es akzeptieren. Ich habe Wildblumensamen ausgesäht und ihn in eine grüne Streuwiese verwandelt. Inzwischen habe ich mich an seinen Anblick gewöhnt und finde ihn manchmal sogar richtig hübsch mit all seinen Blümchen und Wildkräutern.

Seit ein paar Tagen aber sind wir Freunde, ich und der Deich. Wäre er nicht gewesen, so massig, so hoch, dann säßen wir jetzt tief im Schlammassel. Das Wasser hätte ungefähr 2 Meter hoch in unserem Haus gestanden und auch in der Galerie.

Kantje boord sagt der Holländer. Oder auf Deutsch: Es war knapp. Hat mich 2 Nächte Schlaf gekostet, weil ich alle 2 Stunden - mit der Taschenlampe bewaffnet - auf den Deich gestiegen bin um zu schauen, wie hoch das Wasser inzwischen steht. Und es war eine Zitterpartie, weil kein Experte voraussagen konnte, ob die neuen Deiche halten. Und wie sie den Lauf der Maas beeinflussen, was sich natürlich dann auch in der Höhe des Wasserpegels niederschlägt. Schließlich waren die Anlagen ja noch nicht kampferprobt.

20 cm unter dem Deichkamm kam das Hochwasser zum Stehen. 20 Zentimeter! Das ist ungefähr der Abstand zwischen ausgestrecktem Mittelfinger und Daumen. So wenig und doch so viel.

Großes Aufatmen überall. Die Katastrophe ist nicht eingetreten. Mein kleines Dorf ist jetzt eine Insel mitten in der Maas, alle Polder sind vollgelaufen und wir sind von der Außenwelt abgeschnitten. Das wird sicher auch noch ein paar Tage so bleiben und eigentlich hat es auch was, komplett von Wasser umgeben zu sein. Wohin man hier in diesen Tagen auch geht - man schaut stets auf die Maas. Wunderschön.

Und sicher, ja, ich war wieder mit meiner Kamera unterwegs... 

10. Dezember 2020

Heimspiel

Corona hat uns alle noch stets im Griff, jetzt - so kurz vor Weihnachten - um so mehr. Die meisten Galerien haben seit Monaten geschlossen, Ausstellungen sind rar geworden. Und selbst wenn sie stattfinden, dann geht niemand hin. Wir haben unsere Galerie noch stets geöffnet, coronaproof selbstverständlich, und hin und wieder verirrt sich sogar mal ein versprengter Besucher hierher. 

Die Kunst, die hier normalerweise zu sehen ist, hat in diesem komischen Jahr kaum ein interessiertes Publikum gefunden. Wir haben deshalb beschlossen, erstmal keine fremden Künstler mehr auszustellen - ausbleibende Besucher sind weder für den Künstler gut, noch für die Galerie. 

Aber natürlich wäre es Sünde, die Räume leer stehen zu lassen - gute Möglichkeit für mich, die Galerie mal wieder mit meinen eigenen Arbeiten vollzuhängen. Und sei es nur, um Abschied zu nehmen: ein großer Teil der jetzt gezeigten Arbeiten geht im Februar auf's Schiff nach Taiwan und wird dann hier in Europa nicht mehr zu sehen sein.

Hier finden Sie einen kleinen virtuellen Rundgang - sollten Sie die Bilder im Original sehen wollen, dann sind Sie jederzeit willkommen. 

Die Galerie ist geöffnet jeweils dienstags bis samstags von 14.00 - 17.00 Uhr.

(Galerie Pictura, Aijenseweg 16 b, 5854 PT Aijen (Gemeinde Bergen, Limburg - Niederlande)

2.3.2020

Neue Ausstellung Galerie Pictura ab 
8. März 2020

Natürlich muss ich hier auch ein wenig Werbung für meine Hausgalerie machen.
Die neue Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit es irrelevant ist, ob eine Künstlerin oder ein Künstler eine Frau abbildet. Gibt es Unterschiede? Und wenn ja: welche? Kritische Hintergedanken hin oder her. 
Finden Sie es selbst heraus!
Ausstellungseröffnung ist am 8. März, pünktlich zum Frauentag, um 15.00 Uhr. Sie sind herzlich eingeladen.

Peter van der Borne

Neues Datum für Taiwan

Das Corona-Virus schlägt zu. Auch in der Kunst. Das Gouvernment in Taipeh hat bis auf Weiteres alle Großveranstaltungen im Land untersagt, und darunter fällt leider auch die größte Kunstmesse auf dem asiatischen Kontinent, die Art Revolution.

Sie fällt nicht aus, sondern wird verschoben. Der neue Termin ist der 6. August, und die Messe endet am 10. August 2020. Hoffentlich hat sich der Sturm bis dahin gelegt.

So habe ich mir das nicht wirklich vorgestellt, Flugtickets und Ferienhaus sind schon seit letztem Oktober gebucht. Keine Stornierung möglich. Die Rücktrittsversicherung erwies sich als Makulatur. Ein paar Tage ziemlich verärgert das Haus geschrubbt und meinen Frust weggeputzt. Und nun übe ich mich im Loslassen und Ausatmen.